E-Books sind neben Druckdaten das häufigste Erzeugnis von le-tex. E-Books lassen sich unterscheiden hinsichtlich der Paginierung:

  • PDF-basierte E-Books entsprechen in ihrer Paginierung exakt dem Print-Produkt, 
  • reflowable E-Books passen den Umbruch der Bildschirmgröße sowie der eingestellten Schriftgröße an und eignen sich somit für die Darstellung auch auf kleineren Anzeigegeräten. 

Reflowable E-Books lassen sich am besten aus strukturierten Daten erzeugen.

Die gängigsten Datenformate sind EPUB (lesbar z. B. mit Apple iBooks, Adobe Digital Editions oder auf zahlreichen anderen dedizierten Lesegeräten) und Mobipocket (Amazon Kindle). Um für zukünftige Erweiterungen der E-Book-Datenformate gerüstet zu sein, sollte man seine Inhalte jedoch nicht ausschließlich in einem der heutigen E-Book-Formate speichern, sondern in einem XML-Format, das den Merkmalen und Besonderheiten der Inhalte umfassend gerecht wird. So bietet es sich beispielsweise in Lehrmaterialien an, Fragen und Antworten auszuzeichnen und bei Multiple-Choice-Fragen die richtige Antwort auch als solche zu kennzeichnen. Dann ist man in Zukunft in der Lage, jedes E-Book-Format zu erzeugen, das Nutzerinteraktion unterstützt, was bei einer ausschließlichen Festlegung auf EPUB 2 nicht möglich wäre.

Strukturierte Inhalte liegen bei zahlreichen Verlagen heute nicht vor. Nichtsdestotrotz möchten diese Verlage den Durchbruch von reflowable E-Books nicht verpassen. Hier schlagen wir meistens eine Doppelstrategie vor:

  • Konvertierung der Backlist aus Druck-PDFs oder aus offenen Satzdaten, 
  • Änderung des Workflows (Variante 1, siehe Workflow-Skizze): 
    • Selbstbedienungs-Tools zur Erzeugung strukturierter Daten, z. B. aus Word, 
    • Satz aus strukturierten Daten mit InDesign oder TeX und 
    • Generierung der E-Book-Daten aus aktuellen, strukturierten Satzdaten. 
  • Oder alternativ, unter weitgehender Beibehaltung etablierter Satzworkflows: 
    • Konventioneller Umbruch in InDesign, allerdings unter besonders sorgfältiger Verwendung von benannten Formaten, verankerten Bildern, Querverweisen etc. 
    • Setzer exportiert die Daten nach XHTML oder IDML und lädt sie auf ein Web-basiertes Prüf- und Konvertiertool (das XML- und E-Book-Daten erzeugt) 
    • Setzer kontrolliert Konvertierungsergebnis (z. B. im EPUB-Format) und behebt die beanstandeten Auszeichnungsfehler 

Aus langjähriger Erfahrung können wir sagen, dass auf Grund von Unzulänglichkeiten beim InDesign-XML-Roundtrip-Workflow für die InDesign-Produktion die zweite Alternative in vielen Fällen zu bevorzugen ist.

Ansprechpartner

Martin Kraetke
E-Mail: martin.kraetke@le-tex.de
Tel: +49 341 355356 143
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